Leverkusen

 

Reanimationstraining für die 7. jahrgangsstufe 

Reanimation als Unterrichtsfach? Nicht als eigenständiges Schulfach, wohl aber als zweistündiges Unterrichtsmodul ab Klasse 7. In den skandinavischen Ländern und vielen US-Bundesstaaten  ist dies bereits gängige Praxis. In Deutschland stecken derartige Bestrebungen noch in den Kinderschuhen.

Aus diesem Grund hat die Kultusministerkonferenz im Sommer 2014 den Bundesländern empfohlen „Wiederbelebung“ als Unterrichtsmodul im Regelunterricht zu etablieren. Einige Bundesländer haben diese Empfehlung bereits umgesetzt. In NRW wird noch daran gearbeitet. Was man sich davon verspricht, liegt auf der Hand: In Deutschland liegt je nach Bundeland und Versorgungsstruktur die Wiederbelebungsrate zwischen 17 und 21%.  In 79% der Fälle wurde Menschen mit Herzstillstand  also nicht von sich in der Nähe befindlichen Laien geholfen. Sie wussten entweder nicht, was zu tun ist, oder hatten Angst, etwas falsch zu machen.

Hier sollen die Unterrichtsmodule ansetzen und die Schülerinnen und Schüler schon früh mit drei Stichworten vertraut machen, die Leben retten können: Prüfen – Rufen – Drücken, bilden den Kern des Reanimationstrainings: Der Ersthelfer überprüft die Atmung (eine nicht vorhandene Atmung dient der Erkennung eines Herzstillstandes), setzt den Notruf ab und beginnt sofort mit der Herzdruckmassage. Schon nach 5 Minuten ohne Sauerstoff, kann es im Gehirn zu bleibenden Schäden kommen. Deshalb ist es so wichtig, dass ein Ersthelfer zügig mit der Herzdruckmassage beginnt, um die ausgefallene Pumpfunktion des Herzens zu ersetzen.

Die Empfehlung der Kultusministerkonferenz war der Ideengeber für den nun in der Marienschule stattfindenden Reanimationskurs. Der Projekttag findet in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter Schwimmbeck, Chefarzt  der Medizinischen Klinik 1 für  Kardiologie und Internistische Intensivmedizin und dem Chefarzt der Kinderklinik des Klinikums Leverkusen, Priv.-Doz. Dr. Joachim G. Eichhorn statt. Die beiden Experten aus der Klinik werden zusammen mit Dr. Matthias Nolte, Lehrer an der Marienschule und Erste-Hilfe-Ausbilder der Malteser Leverkusen, die Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 dabei unterstützen, sich innerhalb von einer Stunde mit Prüfen – Rufen – Drücken vertraut zu machen. Vor allen Dingen werden die Schülerinnen und Schüler selber Hand anlegen. Denn es bleibt nicht bei der Theorie: an Übungspuppen wird die Herzdruckmassage geübt und auch der Einsatz eines AED, eines Laien-Defibrillators getestet. Ein solches Gerät hängt nämlich nicht nur in der Marienschule, sondern ist in immer mehr öffentlichen Einrichtungen und auch den Leverkusener Stadtzentren Wiesdorf und Schlebusch zu finden und kann die Wiederbelebungsmaßnahmen der Ersthelfer unterstützen.

 

 

     

Fotos: Marienschule Opladen / Dr. Matthias Nolte

 

Kontakt:     

Dr. Matthias Nolte

nolte @ marienschule.com

Tel.-Nr.: 02171 48901

 

 

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